[Home]
[Lokalnachrichten]

[zurück]
Das BAB-Archiv: Die Kolumnen 2001
BAB LokalAnzeiger zum Wochenende 4/2001:

Landwirtschaft im freien Fall?

In Deutschland sollen 400.000 Rinder getötet werden. Bundeskanzler Gerhard Schröder geht davon aus, daß es wegen der BSE-Krise zu einer Massenschlachtung und Vernichtung von Rindern kommt. Ausnahmeregelungen in der EU werde es kaum geben, sagte er.

EU-Haushalts-Kommissarin Michaele Schreyer (Grüne) hat wegen der durch die BSE-Krise zusätzlich entstandenen Kosten einen EU-Nachtragsetat angekündigt. Allein für die Vernichtung des unverkäuflichen Rindfleisches müßten zwei Milliarden Mark zusätzlich einkalkuliert werden. Deutschland könnte die BSE-Krise 1,6 Milliarden Mark kosten, schätzte die Bund-Länder-Arbeitsgruppe.

Doch gemessen an den jeweils 15 Milliarden DM Subventionen, die EU und Bund jährlich in die deutsche Landwirtschaft stecken, erscheinen diese Summen in einem ganz anderen Licht. Es wird in Europa zu viel produziert. In der EU gibt es eine Überproduktion. Seit zwei Jahren sind auch die Preise für Kartoffeln dauerhaft niedrig. Der Konkurrenzkampf drückt die Preise. Und so sind die Ausgleichszahlungen von EU und Bund oft eine bessere Sozialhilfe für die Bauern.

Diese Entwicklung führt dazu, daß nur die produktivsten Betriebe eine Überlebenschance haben. Wie viele Bauern werden nun wieder auf der Strecke bleiben? Die Landwirtschaft auf Bio-Bauern umzustellen bedeutet, entweder durch Mangel einen höheren Preis von den Verbrauchern zu erhalten oder noch mehr zu subventionieren. Da kommt die gegenwärtige Hysterie gerade recht.

Politisch läßt sich ein höherer Preis der Produkte gewiß besser verkaufen als eine Steuererhöhung, um Mittel zur Stütze der Landwirtschaft einzutreiben.

Dr. Ralph Donath

Die Fakten zum BSE-Erreger