In Deutschland sollen 400.000 Rinder getötet
werden. Bundeskanzler Gerhard Schröder geht davon aus, daß es wegen
der BSE-Krise zu einer Massenschlachtung und Vernichtung von Rindern
kommt. Ausnahmeregelungen in der EU werde es kaum geben, sagte er.
EU-Haushalts-Kommissarin Michaele Schreyer
(Grüne) hat wegen der durch die BSE-Krise zusätzlich entstandenen
Kosten einen EU-Nachtragsetat angekündigt. Allein für die Vernichtung
des unverkäuflichen Rindfleisches müßten zwei Milliarden Mark zusätzlich
einkalkuliert werden. Deutschland könnte die BSE-Krise 1,6 Milliarden
Mark kosten, schätzte die Bund-Länder-Arbeitsgruppe.
Doch gemessen an den jeweils 15 Milliarden
DM Subventionen, die EU und Bund jährlich in die deutsche Landwirtschaft
stecken, erscheinen diese Summen in einem ganz anderen Licht. Es
wird in Europa zu viel produziert. In der EU gibt es eine Überproduktion.
Seit zwei Jahren sind auch die Preise für Kartoffeln dauerhaft niedrig.
Der Konkurrenzkampf drückt die Preise. Und so sind die Ausgleichszahlungen
von EU und Bund oft eine bessere Sozialhilfe für die Bauern.
Diese Entwicklung führt dazu, daß nur die
produktivsten Betriebe eine Überlebenschance haben. Wie viele Bauern
werden nun wieder auf der Strecke bleiben? Die Landwirtschaft auf
Bio-Bauern umzustellen bedeutet, entweder durch Mangel einen höheren
Preis von den Verbrauchern zu erhalten oder noch mehr zu subventionieren.
Da kommt die gegenwärtige Hysterie gerade recht.
Politisch läßt sich ein höherer Preis der
Produkte gewiß besser verkaufen als eine Steuererhöhung, um Mittel
zur Stütze der Landwirtschaft einzutreiben.
Dr. Ralph Donath
Die
Fakten zum BSE-Erreger