Brückenschlag

 

Vom Umgang mit denen die nach uns kommen

Hesiod, griechischer Dichter, schrieb vor 2.600 Jahren: „Ich habe keine Hoffnung mehr für die Zukunft unseres Volkes, wenn es von der leichtfertigen Jugend unseres Volkes abhängen sollte.“ Rund 1.500 Jahre später sagte Kirchenvater Johannes Chrysostomus aus Antiochia klagend: „Heutzutage singen eure Kinder zwar schlechte Lieder, aber keines kennt auch nur einen Psalm. Vielmehr glaubt man sich dessen schämen zu müssen.“ Vor ungefähr 750 Jahren Volker von der Vogelweide: „Oh weh, wie kläglich führt sich die Jugend auf, deren Denken und Trachten früher so hochgestimmt war.“ Es ist deshalb nicht mehr als natürlich, wenn heutzutage alle betagten Bürger sich über das Jungvolk und seine Befindlichkeiten (Aussehen und Ansichten) beklagend äußern. Verständnis fürs Jungsein, für Drang und Spiel sind in unserer kinderfeindlichen Gesellschaft leider Realität. Finanzielle Sicherheit und Werteverfall sind bewusst und von dieser Regierung ein gewollter Wechsel. (Siehe Antrittsrede H. Kohl) „Wer heutzutage eine Ehe eingeht zum Zwecke der Vermehrung, der geht aber auch wirklich ein!“ Dieses herrschende System nötigt jedes Paar abzuwägen: ein Kind oder ein Auto? Sollte dann doch ein Kind gezeugt werden, so ist es in den meisten Fällen ein Verkehrsunfall. Was, so frage ich, tut die, von dieser Gesellschaft getragene Regierung dafür, dass die Zeugung und der Lebensunterhalt von Kindern lohnender wird, bzw. ist, als ein Stück Blech? Da kümmern sich die Politiker mit den Kirchen um das ungeborene Leben aber nicht um das lebende, schutzbedürftige, viel zu kostspielige Lebende! Da liest man im Grundgesetz Artikel 2 (2) etwas von Recht auf Leben, nicht aber auf das Recht des lebenswerten, menschenwürdigen Lebens. Für das Halten von Hunden gibt es gesetzliche Vorgaben, was die Größe des Zwingers und ähnliches angeht. Für Kinder gibt es weder vorgeburtlich geschulte Eltern, noch genügend Freiraum, noch ausreichend Bildungschancen. Es ist eine Schande für diese Gesellschaft, dass ein Kind nach dem Kosten-/Leistungsprinzip betrachtet wird und werden muss. Wer kann es sich leisten überhaupt ein Kind in diese Welt zu setzen? Steuerliche Regelung schafft hier den Rahmen? Wer kann mit dem Kindergeld auch nur annährend die Bekleidung, das Essen und das Lehrmaterial bezahlen? Die Zeiten für Kinderfreundlichkeit hat es nie gegeben. Hauptsache ist doch wohl, dass es den Unternehmen gut geht. Wer also heute zu Trauen sich traut und vorher nicht aufs Konto schaut, dem wird die Zukunft schnell versaut.

 

 

Hermann Günster

Fredersdorf