Lieber Herr Dr. Donath, (nocheinmal dieselbe Mail - aber nun mit dem versprochenen Anhang)

 

zum Jahresbeginn für Sie und Ihr Unternehmen beste Gesundheit und natürlich auch ordentliche Umsätze.

 

Ich freue mich immer über Ihren "Leitartikel". In der Regel auch meine Meinung die ich da lesen kann! Besonders einer der letzten mit der Überschrift "Täter und Retter" zum Welt-Finanzskandal und die Rolle unserer politischen Führung war wieder Spitze. Nun habe ich auch einen "Leitartikel" an den Herrn Bundespräsidenten geschrieben, angeregt durch seine Weihnachtsansprache. Er wird den Brief zwar nicht lesen, aber Sie können den Text veröffentlichen, wenn´s in den Kram passt.

 

 

Herzliche Grüße von Emil Ehle

 

 

 

 

 

Emil Ehle

Haselnußweg 11

 

D-15344 Strausberg

 

(

E-Mail

0493341 – 22 801  

049174 – 3 71 71 93

 

emil.ehle@tv-kabelservice.de

 

 

 

Emil Ehle, Haselnußweg 11, 15344 Strausberg

 

Herrn Bundespräsidenten

Horst Köhler

Spreeweg 1

 

10557 Berlin

 

Strausberg, den 09. Januar 2009

 

 

 

Sehr geehrter Herr Bundespräsident,

 

 

 

aufmerksam habe ich Ihre Rede zu Weihnachten vom 23.12.2008 gelesen. Mit Ihren Worten zum gegenwärtigen Zustand unserer Gesellschaft und mit Ihren Aufrufen zu mehr Anstand, Bescheidenheit und Maß, der Achtsamkeit für das Allgemeinwohl, der Forderung nach Rechenschaft Derjenigen, die dafür verantwortlich sind, dass unvorstellbar viel Geld verspielt worden ist, haben Sie den einfachen Menschen erreicht. Auch Ihr Appell, einen Zustand zu schaffen, „... in der das Kapital allen zu Diensten ist und sich niemand davon beherrscht fühlen muss ...“ trifft den Nagel auf den Kopf – denn nicht mehr das Gespenst des Kommunismus geht um in Europa, sondern die Angst, die die Menschen empfinden, schürt das Kapital mit Unsicherheiten im Übermaß.

 

Nun habe ich von meinem Bundespräsidenten dazu auch Lösungsansätze und konkrete Forderungen an die Politik und Wirtschaft erwartet. Nur ein Appell an das Kapital zu richten ist doch erfahrungsgemäß – mit Verlaub gesagt – etwas naiv und dem Inhaber eines solch hohen Amtes in keiner Weise angemessen. Sie wissen doch selbst, dass gerade das deutsche Kapital in seiner Gier die Hirne der Menschen vernebelt und die Menschheit in zwei verheerende Weltkriege gestürzt hat, oder das amerikanische Kapital in seiner Gier nach Rohstoffressourcen den Irakkrieg vom Zaune gebrochen und dazu die Menschen in einem noch nie gekanntem Ausmaß belogen hat.

 

 

Herr Bundespräsident,

 

wenn unser gegenwärtiger Bundesfinanzminister, Herr Steinbrück, am 17.09.2008 feststellte: „... Der Markt allein ist nicht in der Lage, spekulative Zügellosigkeit mit einem selbstzerstörerischen Charakter zu verhindern oder einzudämmen. ...“ , dann habe ich gehofft in Ihrer Rede Lösungsansätze zu erfahren. Dabei denke ich an die Stärkung des staatlichen Sektors in der Wirtschaft, besonders der Energieversorgung und dem Transportwesen. Aber auch das Gesundheitswesen und die Bildung können doch nicht Tummelplatz des unkontrollierten in- und ausländischen Kapitals werden!!!

 

Ebenso Angst macht mir die zunehmende Einflussnahme des Kapitals auf die Regierungs-

 

 

.../2

2

 

 

 

arbeit. Sie wissen sicher selbst, wie über die Bertelsmann-Stiftung und das mit ihr verbundene Centrum für angewandte Politikforschung sowie durch die Lobbyisten der Wirtschaft und der Banken in direkter und eleganter Weise die Arbeit der Abgeordneten des Bundestages und der Regierungsmitglieder gelenkt wird, um dem Kapital optimal Bedingungen für dessen Selbstverwirklichung zu schaffen. Dazu rechne ich auch die unablässigen Anstrengungen des Bundesinnenministers unter dem Deckmantel der Terrorprävention aus der deutschen Nachkriegdemokratie einen Überwachungsstaat zu entwickeln, der durch die Möglichkeiten der heutigen elektronischen Medien die kühnsten Träume des MfS der DDR in den Schatten stellt. Das macht mir Angst!

 

Ebenso wie Dr. Heiner Geißler – ehemaliger Generalsekretär der CDU – so sehen auch Sie die humane Gestaltung der Globalisierung als eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Deshalb frage ich Sie, wie „... die hässliche Fratze eines unsittlichen und falschen Kapitalismus ...“ (zitiert nach Heiner Geißler) beseitigt werden kann. Ich würde gerne mithelfen!

 

 

In der Hoffnung, dass auch Sie wirksamen Einfluss auf eine gute Entwicklung unseres Landes nehmen werden, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

 

 

 

 

 

 

 

Emil Ehle