Eine nette Idee und was aus ihr wurde
Wer schon mal in der Pausenzeit auf den Schulhof des Einstein-Gymnasiums geschaut hat, sieht dort eine qualvolle Enge. Bewegen können sich die Schüler kaum noch. Grund hierfür ist auch, dass die uralte, viel zu kleine überdachte Fahrradabstellanlage durch viele weitere provisorische Fahrradständer auf dem Schulhof ergänzt werden mussten.
Dies kann man einfach ändern, dachte ich mir im Sommer 2007 und stellte als damaliges Mitglied im Kultur und Sozialausschuss eine Anfrage in der Gemeindevertretung, ob nicht die Gemeinde Neuenhagen, entlang der Dahlwitzer Straße auf dem breiten Grünstreifen 100 überdachte Fahrradständer aufstellen kann. Immerhin ist die Gemeinde Kooperationspartner des Einstein-Gymnasiums; die Gemeinde ist familienfreundlich und will den Fahrradverkehr stützen. Eine solche Radabstellanlage hätte nicht nur dem Gymnasium sondern auch der Gartenstadthalle und der KITA genützt. Auch für Besucher der Trainierbahn wäre sie schön gewesen.
Die Antwort der Verwaltung in der Gemeindevertretung lautete, eine solche Anlage wäre aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Nanu dachten wir, nahmen ein Maßband und einen Fotoapparat, vermaßen den Bürgersteig und andere Abstellanlagen, machten die folgende Fotomontage und rechneten vor, dass 100 überdachte Fahrradständer problemlos unterzubringen seien.
Die
Idee
Es gab einen Ortstermin mit der Gemeinde und dem Ergebnis, es stimmt, 100 Fahrradständer können aufgebaut werden. Allerdings wurde darauf verwiesen, dass Überdachungen teuer sind und man erst mal auf diese verzichten solle, damit die Anlage schnell gebaut werden kann. Dächer könnten später noch folgen. Außerdem wurde der Kreis als Träger des Gymnasiums ins Gespräch gebracht.
Nun denn, ein neuer Ortstermin wurde gemacht; diesmal mit einem Vertreter des Kreises, der Gemeinde und der Schule. Die Schule machte den Bedarf deutlich, die Gemeinde war bereit, das Grundstück zu stellen, der Kreis war bereit, zeitnah die Ständer aufzubauen. Schön für die Schüler, dachten wir.
Dann geschah nichts. Verschiedene Anfragen bei der Gemeinde und beim Kreis machten dann doch große Probleme deutlich. Entweder war jemand in der Gemeinde krank oder im Urlaub, oder beim Kreis. Man muss halt Geduld haben. Schließlich kam die Mitteilung, bis April 2008 würden 20 Fahrradständer aufgebaut. Man wolle erst mal sehen, ob diese angenommen werden. Danach sei eine Aufstockung auf 100 immer noch möglich. Nun waren wir doch schon etwas enttäuscht. Erst keine Überdachung, dann erst mal nur 20 Plätze. Aber man muss bescheiden sein. Hauptsache, es bewegt sich überhaupt etwas. Wir hatten aber die Fähigkeit der Verwaltung zum Mikado-Spiel unterschätzt (Wer sich zuerst bewegt, hat verloren).
Nach den Sommerferien gab es keine Fahrradständer. Auf ein Schreiben an die Gemeinde erhielten wir die Mitteilung, der zuständige Mitarbeiter sei im Urlaub, wir möchten doch den Mitarbeiter X beim Kreis anschreiben. Kein Problem, dachten wir und schrieben den Mitarbeiter X beim Kreis an. Geantwortet hat er nie. Ob er krank oder im Urlaub war, können wir nicht sagen. Vielleicht wollte er nur nicht mehr genervt werden.
Da der Mitarbeiter Y in Neuenhagen seinen Urlaub beendet hatte, haben wir ihn angeschrieben und nachgefragt. Die erfreuliche Antwort kam prompt. Die ersten Fahrradständer wurden durch den Kreis errichtet. Man muss halt Geduld haben, dachten wir, nahmen unseren Fotoapparat und gingen das Werk besichtigen, an dem wir und viele Mitarbeiter von Verwaltungen so lange gewirkt haben. Hier sehen Sie, was nach eineinhalb Jahren aus einer netten Idee wurde. Verarschen können wir uns alleine. Schade nur für die Schüler.
Das
Ergebnis
Neuenhagen, 26.10.2008
Marianne und Jürgen Hitzges