Dipl.-Ing. Viktor A. Porodjuk                                                                                 21.09.2009

Werdersche Dorfstraße. 47

OT Werder, Tel.: 033435/75998

15345 Rehfelde

 

 

 

Leserbrief zum Artikel „Rehfelde versagte gemeindliches Einvernehmen für eine Geflügelhaltungsanlage in Werder.“ Von Frau Oehme im BAB der 38. KW.

 

Diesen Artikel lesend könnte der Eindruck entstehen, das Dorf Rehfelde stemmt sich für den Ortsteil Werder gegen landwirtschaftliche Erzeugung.

Dem ist aber nicht so und vor allem nicht von fiktiven Mehrheiten, denn eine sachliche Auseinandersetzung ist ja nicht erfolgt.

Niemand im Ortsteil stört sich z.B. an der gleich nebenan liegenden Großviehanlage traditioneller Landwirtschaft, die auch nicht geruchsneutral ist und in der Methan und Ammoniak in Mengen in die Atmosphäre entweichen darf.

Wo, wenn nicht auf den Dörfern sollen denn unsere Lebensmittel produziert werden? Oder hören wir etwa auf zu essen?

Für die Bundestagskandidatin einer namhaften Partei ist es ganz einfach, sie braucht kein Geflügel, sie ist Vegetarierin.

 

Die Berichterstattung durch und für die „Bedenkenträger“ ist einseitig, vorverurteilend und von Halbwahrheiten, falschen Termini geprägt sowie für erneut viel Geld und vor allem als Alibifunktion durch ein so genanntes Rechtsgutachten gestützt, Hauptempfehlung darin weitere Gutachten, die bereits der Planer des Antragstellers empfohlen hatte.

Die vorgelegten Antragsdokumente sahen sich nur 18 Bürger und davon drei Gemeindevertreter an.

Tatsache ist, dass der Antragsteller ein funktionierender Landwirtschaftsbetrieb, sich mit seiner Investition der bestehenden Marktlage anpasst, denn Puten werden inzwischen  aus EU-Ländern mit geringeren Umweltauflagen billiger importiert.

Der Antrag stützt sich auf die Puten- und Hähnchenvereinbarung des Landes Brandenburg.

 

Wozu sollte sich der ortsbekannte Investor nach seinem Antrag bei der zuständigen Behörde in den Gremien der Gemeindevertretung vorstellen, um erneut wie bereits einmal geschehen vorgeführt zu werden?

Oder sollte er die Frage beantworten wieso er in der Lage ist in der Wirtschaftskrise zu investieren?

 

Interessant wäre auch für mich zu wissen, was viele meiner Mitbewohner im Dorf bewegt eine solche ablehnende Haltung einzunehmen, worauf sich ihre Bedenken stützen? Oder ist es die Frustration über eine hoch gelobte, aber nicht immer verständliche Landespolitik?

Dass mit der Schaffung dieser Arbeitsplätze andere vernichtet werden ist Blödsinn.

Und wer frage ich, hat in den letzten 10 Jahren in unserem Ortsteil fünf Arbeitsplätze neu geschaffen? Und, so könnte man ergänzen, werden bei einer solchen Investition nicht auch Arbeitsplätze erhalten!

 

Warum werden im o.g. Zusammenhang plötzlich scheinheilig die Windkraftanlagen herangezogen, die zugegeben auch mich mitten im Dorf bei Wind aus östlichen Richtungen stören?

Haben wir doch geglaubt oder wurde uns Glauben gemacht, wenn wir für nochmals viel Geld einen Bebauungsplan erstellen, haben wir alle Probleme gelöst. Nur wurde dabei vergessen Abstand zu halten, landespolitisch schon lange.

Die ersten vier WKA in 1500 m Entfernung waren nicht mal bei Ostwind zu hören, dafür die heutigen in 700 m Entfernung umso aufregender.

Dabei wäre es doch einfach: „ Wenn Lärmauflagen nicht eingehalten werden – abschalten bis der Wind sich dreht.“

Aber offensichtlich drehen sich in unserem Dorf immer nur einige Leute nach dem Wind.

 

Noch ein Wort zur  „Scheinheiligkeit“  Straße sei gesagt. Sie wurde bereits schon einmal für  ebenfalls viel Geld messtechnisch „beobachtet“, als die Betonfundamente der ersten WKA gegossen wurden.

Geflügel-, Futtermittel- und Stallmisttransporte finden, so ist es mir bekannt, in einer wesentlich leichteren Gewichtsklasse statt.

 

Bedenken zu haben ist legitim. Aber über Lebensqualität auf dem Dorf zu diskutieren sollte man ehrlich, ohne Verweis auf willkürliche Versprechen, politisches Kalkül und vor allem nicht ohne sich vorher objektiv zu informieren.

 

Porodjuk