Lieber Herr Dr. Donath,
vielen Dank für Ihre
Standhaftigkeit auch gegen den Trend etwas zu äußern. Ich kann weder der
Bürgermeisterin noch Frau Dr. Enkelmann zustimmen, dass es ein grandioser Sieg
gegen die Nazis war. Wenn man von der Polizeiseite die Aktion sieht, dann haben
sich die Nazis „demokratisch“ verhalten und sind den polizeilichen
Aufforderungen „ordnungsgemäß“ gefolgt. Demgegenüber steht für die Linksautonomen
das Chaotenbild. Man muss sich fragen, warum die Spitze der Linken und die
Bürgermeisterin „ihre“ oder diese Leute nicht im Griff hat.
Warum können die Linksautonomen nicht durch Argumente (z.B. Rufe,
Trillerpfeife, Plakate und Transparente) sondern nur durch Ungehorsamkeit und
Provokationen auf sich aufmerksam machen. Im Fazit für mich, die Nazi treiben
die Demokraten durch das Dorf. Also kein Sieg für die Demokraten nur
Resignation.
Aber nun zu dem Teil, der
mich zum „Schlucken“ bringt: Ausrottung der Wurzeln.
Da sind wir Alten (Rentner
und Vorruheständler)und andere mit Erziehungsdefiziten genannt.
Ja, was sollen wir denn an
diesen (uns) verändern? Ich ertappe mich jetzt immer öfter, dass ich mich über
das „Streicheln“ der Chaoten und (jugendlichen) Straftäter durch Richter
ärgere, mich das Grafitti und auch viele Situationen
im Multikulti-Alltag erzürnen.
Wir Alten haben bei den
Gerichten schlechte Karten. Uns fehlt die „schlechte“ Kindheit als
strafmildernd. Was sollen wir Alten (die Wurzeln) machen? Alles über uns
ergehen lassen? Der körperlichen Überlegenheit der Chaoten trotzen, bei den
Beispielen über deren zunehmende Gewalt-Bereitschaft? Nach den Wahlergebnissen
ist doch sicher zu erkennen, dass wir Alten die Nazis nicht unterstützen.
Gibt es wirklich noch
Nazi-Wurzeln? Oder sind es nicht nur immer neue Schösslinge, die uns immer
wieder ärgern können, weil wir dann gleich einen geschichtlichen Schuldkomplex
bekommen?
Die Wurzeln bei den heute
Alten zu sehen, ist eher überzogen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Bernd Beck