Selbst zur
Kasse gebeten
Soll ich in
diesem Deutschland Mitleid haben, nur weil gestreikt wird?
NEIN, alle
sagen zwar, die Arbeitnehmer sollen auch ihren Anteil bekommen, aber wo bleibt
der???
Egal ob
Staat, Handelsketten, Dienstleister und sonstige: Alle kennen nur eines, die
Preise und Tarife nur erhöhen. So ist es kein Wunder, daß für höhere Einkommen
gestreikt wird. Letztendlich wird es immer so bleiben, es sei denn, es sinkt
auch mal was, welches aber kaum anzunehmen ist.
Bezüglich
der 7,50 Euro Mindestlohn in Berlin kann ich nur sagen, daß dies immer noch zu
wenig ist. Ab 10,00 Euro sollte man schon anfangen. Wer dagegen wettert, hat
sicher noch nicht eine Familie als Einzelverdiener unterhalten müssen.
Wenn ich
arbeite, muß ich so viel Geld verdienen, daß ich vom Lohn alle Ausgaben
bestreiten kann, ohne irgendwelche aufstockende Leistungen zu empfangen. Die
Politiker lügen sich so was von in die Tasche, daß es nur so brummt. Die sind
alle nur auf ihr eigenes Wohl bedacht.
Der kleine
arme Bürger wird es schon richten, dem ziehen wir wieder eine neue Steuer über
und dann wird es schon.
In den
großen Banken müßte mal so richtig aufgeräumt werden und die Schuldigen auch
zur Kasse gebeten werden, aber was ist: der Steuerzahler wird’s schon richten!
Das Jammern
über die vielleicht 1,1% Rentenerhöhung ist genau so verwerflich, denn
eigentlich müßten die Rentner die 3% Inflation, für die sie ja nichts können,
plus die Rentenerhöhung erhalten. Das wäre ein Plus von 4,1 %, das wäre logisch
und für viele nachvollziehbar, aber in diesem Staat wird so etwas nicht
passieren.
Aus Ihrer
Sicht als Unternehmer haben Sie sicherlich recht, aber Sie müssen auch alle
anderen Bürger verstehen und der Streik ist nun mal ein legitimes Recht um
seine Forderungen durchzusetzen.
Nicht
zuletzt deshalb hatte der Streik einen guten Rückhalt in der Bevölkerung und
wenn man sich mit BVG und Senat nicht einigen kann, dann NUR WEITER SO! Meine
und viele andere Sympathien sind den Streikenden in Berlin und Deutschland
gewiß!
Mit
freundlichen Grüßen
V.W.
Sehr geehrter Herr Donath,
mit den von Ihnen verfaßten
Leitartikeln im BAB war ich selten einverstanden. Aber das, was Sie im Artikel
"Selbst zur Kasse gebeten" von sich geben, zwingt mich, Ihnen mal
klar meine Meinung zu sagen. Ihre Haltung zu Arbeitnehmern und ihren
Gewerkschaften ist mir als ein - wenn auch kleiner und unbedeutender
Unternehmer - klar: sie sind halt ein Kapitalist und Ausbeuter und somit ein
Feind der Gewerkschaften. Leider sehen das die Gewerkschaftsfunktionäre oft nicht
so klar und bremsen leider auch die Streikbereitschaft der Arbeitnehmer oder
stimmen in den Verhandlungen mit den Unternehmern Kompromissen zum Nachteil der
Arbeitnehmer zu. Der Unmut und die Streikbereitschaft vieler Arbeitnehmer sind
viel größer, die brauchen nicht "von den Gewerkschaften aufgehetzt"
werden. Und nicht die Streikenden verursachen Schaden der Volkswirtschaft,
sondern die Unternehmer und Manager, die nur ihre Gewinnmaximierung sehen und
Milliarden Euro in den Sand setzen (siehe die Meldungen zu den
Bankenskandalen). Aber ein paar Euro mehr für die, die diese Gewinne schaffen,
oder ein garantierter Mindestlohn, der zum Leben reicht, daß sind für
Unternehmer und Manager unverantwortliche Forderungen (denn wenn man Millionen
im Jahr bekommt, dann weiß man halt nicht mehr, wie man mit 4oo,- € oder auch
2000,- € im Monat auskommen muß).
Aber daß wir DDR-Bürger in ein
unsoziales und ungerechtes System, eben den Kapitalismus kommen, sollte uns ja
bewußt gewesen sein!
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Carstens
Petershagen
Herr Dr. R. Donath,
warum stellen Sie Behauptungen auf, die so nicht stimmen?
Ich bin selber Busfahrer seit 30 Jahren und habe sehr wohl
wie fast alle meiner Kollegen nicht nur eine abgeschlossene Berufsausbildung.
Des weiteren haben wir vor Jahren auf 12 % unseres Gehalts im Monat verzichtet,
um unsere Arbeitsplätze bis 2020 zu sichern. Überdurchschnittliche Bezahlung
sagt nur der Arbeitgeber, und der sollte einmal sein Gehalt mit meinem
vergleichen. Bis zu 10 Stunden im immer größer werdendem Verkehrsaufkommen zu
fahren, kaum einen Feiertag zu Hause und von den Wochenenden spreche ich
erst gar nicht. Vom Schichtdienst spricht keiner, daß meine Arbeit bis früh um
2.00 Uhr geht bzw. um 3.00 Uhr anfängt, worunter besonders unsere Familien leiden.
Des weiteren behaupten Sie, daß ich täglich 2,5% vom
Monatsgehalt bekomme. Zu Ihrer Information: beim Streik zahlt der Arbeitgeber
keinen Cent an uns. Er spart in unserem Fall sogar Lohn für das Personal
an Diesel (Bus) und Strom (Tram), um nur etwas aufzuzählen. Nur Mitglieder der
Gewerkschaft bekommen Streikhilfe, die sich aus dem monatlichen
Mitgliedsbeitrag errechnet. Alle Kollegen haben sehr große Probleme in dieser
Zeit und leben vom Ersparten und hoffen auf eine schnelle Einigung. Streik ist
unser gutes Recht 12.000 Kollegen erwarten, daß Ihre gute Arbeit auch gut
bezahlt wird, so leid uns dabei die Leute tun, die darunter leiden müssen.
Keiner will unsere Arbeit machen, aber alle brauchen sie.
Wir machen sie gerne, auch wenn wir dafür angegriffen, geschlagen und bespuckt
und in Ihrem Fall diffamiert werden. Ein Rat, bevor Sie über Streik schreiben:
Reden Sie mit den Leuten. Es erinnert mich an früher sagt Ihnen "Der
schwarze Kanal" noch etwas? Dort wurden auch Hetze gegen andere betrieben,
die sich nichts mehr gefallen lassen.
Mit freundlichem Gruß
H. Funk
BVG Busfahrer
sehr
geehrter herr dr. ralph donath
da sie wahrscheinlich weder einen bus noch irgendein berliner verkehrsmittel benutzen, haben sie ganz schön vom leder gelassen.
sie haben laut bericht geschrieben, das alle bus- und u-bahnfahrer
keine ausbildung haben!!!!!! also, ich bin in der ddr aufgewachsen und habe eine ausbildung
genossen, mit abschlußnote 2!!!!
1989 suchten die ostberliner verkehrsbetriebe
dringend busfahrer, sodaß ich mich nach meinem armeedienst bei der nva(3 jahre) beworben habe.
aus der heutigen sicht bin ich froh diesen schritt getan zu haben, da ich jeden
tag mit hartzIV-fahrgästen zu tun habe. leider sind
auch studierte leute unter den beförderten gästen und es sind die schlimmsten.
warum erwähnen sie nicht, daß das personal im jahr
2005 eine lohnsenkung hatte von 13(dreizehn) prozent!!!!!!!!!!!!!!!!!!
es währe nett von ihnen, wenn sie es in den nächsten kolumnen
mal richtigstellen.
freundlichst ihr berliner busfahrer der bvg(seit fast 20 jahren)
Sehr geehrter Herr Dr. Donath,
verschonen Sie uns bitte in Zukunft
mit Ihrem BAB Lokalanzeiger. Sorgen Sie dafür, daß so ein Mist nicht mehr in
meinem Briefkasten landet!
Es schreibt Ihnen ein aufgebrachter
Busfahrer, der so eine gequirlte Scheiße nur von Bild und BZ kennt. Von Ihnen
als Chefredakteur mit Doktortitel hätte ich mehr erwartet. Wenn Sie über meinen
Beruf schreiben, dann bitte sollten Sie besser recherchieren müssen und uns
nicht alle als überbezahlte, unterqualifizierte Hilfsarbeiter bezeichnen, die
einen Job machen, den jeder Idiot machen kann. Zu Klarstellung: Alle Busfahrer
haben eine Ausbildung.
Neben dem Führerschein, erworben auf
der Verkehrsakademie Omnibus, hat jeder Busfahrer einen Führerschein zur Fahrgastbeförderung
und alle Quereinsteiger, wie ich auch, einen anständigen Beruf (ich habe eine
Ausbildung zum Dipl.-Ing. Maschinenbau). Alle anderen Busfahrer haben eine
Ausbildung als Facharbeiter für Nahverkehr. Zu unserer Entlohnung an
Streiktagen: Gewerkschaftsmitglieder
erhalten pro Tag 2,5% ihres monatlichen Mitgliedsbeitrages, nicht ihres
Monatsgehalts! Alle anderen gehen leer aus.
Also habe ich mir diese Entlohnung
als Gewerkschaftsmitglied erworben, es ist keine Leistung des Betriebes, wie es
bei ihnen klingt.
Noch ein Wort zu den "vielen
sozialen Leistungen": Ich fahre zur Arbeit und in der Freizeit umsonst mit
der BVG und S-Bahn, meine Frau zahlt die Hälfte der Monatskarte (bei
Tariferhöhungen wird diese entsprechend angepasst),
meine Kinder müssen zahlen. Ich könnte hier noch das kostenlose DIXI-Klo an den Endstellen erwähnen, aber das war es dann
auch schon mit den sozialen Leistungen.
Würde mich freuen, wenn Sie das in
der nächsten Ausgabe richtig stellen. Ich stehe Ihnen für weiterführende
Informationen gerne zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Michael Richter
Sehr
geehrter Herr Donath,
ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich recht herzlich für Ihren Artikel
bedanken. Ohne Schnörkel und mit erfrischender Klarheit haben Sie es
verstanden, mit wenigen Worten auszusprechen, woran so manch ein
"Schreiberling" sein Leben lang rumformuliert.
Es ist höchste Zeit, daß diese Wahrheiten unverblümt und unmißverständlich
ausgesprochen werden. Mit Ihrer freundlichen Erlaubnis, werde ich diesen
Artikel kopieren und jedem geneigten Leser zur Hand gelangen lassen, der so
denkt wie wir.
Mit freundlichen Grüßen
Norbert Norden