Zur Diskussion um Straßennamen in Neuenhagen
Die Frage der Um- und Rückbenennungen von Straßen, insbesondere der Ernst Thälmann Straße, wird in letzter Zeit wieder intensiv diskutiert.
Grundsätzlich ist das richtig. Straßennamen sind Hilfsmittel zur Orientierung oder Ausdruck von Stolz und Ehrerbietung der Bürger eines Ortes für eine bestimmte Persönlichkeit, die im besten Falle auch einen Bezug zu diesem Ort hat.
Bei der Benennung von Straßen sollte man deshalb das Ziel und das Resultat einer Veränderung eines Straßennamens im Auge haben.
Bei der „Ernst Thälmann Straße“ verhält es sich so, dass sie früher „Bahnhofstraße“ hieß, weil der Bahnhof an ihrem Anfang lag, man damals ( noch) sehr stolz auf ihn war und sie in das Dorf Neuenhagen führte.
Zwischen 1933 und 1945 wurde sie dann „Straße der SA“, was eine Umbenennung später unumgänglich machte.
So wurde sie zur Ernst Thälmann Straße.
Einen Bezug Thälmanns zu Neuenhagen gibt es nicht.
Richtig ist auch, dass es im Postleitzahlbereich 15366 insgesamt drei Thälmannstraßen gibt.
Das sind alles Gründe, die für eine Rückbenennung sprechen.
Um dieses Ziel zu realisieren, ist ein großer bürokratischer Aufwand notwendig, öffentliches Geld muss in die Hand genommen werden, für eine Geste, die rückwärts gewandt wäre.
Das Resultat wäre eine eher nichtssagende „Bahnhofstraße“, die in die Eisenbahnstraße einmünden würde.
Es wäre jedoch sinnvoller, dieser Straße, die für die Geschichte und die Gegenwart von Neuenhagen gleichermaßen bedeutsam ist, einen völlig neuen, unverwechselbaren Namen zu geben, der auch einen Bezug zu unserer Gemeinde, ihrer Geschichte und ihren Bürgern hat .
Die „Dr.- Rocholl –Straße“ wäre in diesem Fall sehr angemessen.
Dr. Rocholl hat einen großen Teil seines Lebens in Neuenhagen verbracht. Er war Arzt, tat sehr viel für seine Mitbürger. Viele Bürger verdanken ihm einiges, einige sogar ihr Leben .
Das Ziel der Umbenennung der Straße wäre also die Würdigung eines sehr verdienstvollen Bürgers unserer Gemeinde, der durch seine Lebensleistung auch ein Beispiel für kommende Generationen sein kann.
Das Resultat wäre eine unverwechselbare Straße, die es nur in Neuenhagen gäbe.
Daneben würde die Umbenennung dieser Straße auch der Tradition folgen, verdienstvolle Ärzte im Straßenbild zu würdigen. Die „Professor Zeller Straße“ beweist das .
Bei dieser Gelegenheit sollte auch einmal darauf hingewiesen werden, dass wir sehr verdienstvolle Ärzte, die uns Jahrzehnte lang medizinisch betreuten und für uns da waren, in unserer Mitte haben und es langsam einmal an der Zeit wäre, sie angemessen zu ehren !!
Zum Thema Straßennamen passt auch ein zweites Problem – die Straße „Am Krankenhaus“ .
Seit dreizehn Jahren gibt es kein Krankenhaus mehr in Neuenhagen.
Es wäre also angebracht, hier eine Veränderung durchzusetzen.
Da die alte Bezeichnung „Schloßstrasse“ ( seit 1896) vielleicht auch nicht so glücklich ist, könnte man auf den alten historischen Straßennamen „Am Anger“ zurückgreifen.
Eine Quelle für Missverständnisse wäre beseitigt und die Veränderung wäre für alle Beteiligten zumutbar.
Wie auch immer man die Veränderung von Straßennamen betrachtet, fest steht, dass man alles in Ruhe und völlig unaufgeregt diskutieren sollte, um zu Lösungen zu gelangen, die dauerhaft Bestand haben und nicht nur dem Zeitgeist geschuldet sind.
Jörg Güßfeldt