Guten Tag Dr. Ralph Donath!
„Wie man Disteln bekämpft ...“
konnte man Ihren Ausführungen entnehmen, jedoch nicht, wie man die Wurzeln des
rechtsradikalen Gedankengutes und damit auch deren Ursachen beseitigen kann. Es
wäre interessant zu erfahren, was nach Ihrer Meinung in dieser Richtung
geschehen müßte, denn wenn die Ursachen beseitigt würden, brauchten wir uns
nicht mit den Erscheinungen herum ärgern. Da die Ursachen erwiesenermaßen im
sozial-gesellschaftlichen Bereich liegen (Sie führen den sozialen Status an)
sind besonders junge Leute für rechtsradikales Gedankengut empfänglich und zu
motivieren, dieses lautstark auf die Straße zu tragen. Geistig nicht besonders
rege Jugendliche glauben bei Arbeits- und Perspektivlosigkeit sehr gern den
Parolen, daß an ihrer Misere die Ausländer schuld seien. Leider gibt es auch
bei Älteren derartige Ansichten, ich bezweifle jedoch das von Ihnen genannte
Ausmaß. Auf rechtsradikalen Demos ist diese Altersgruppe jedenfalls kaum zu
sehen. Was zur Ursachenbeseitigung wesentlich beitragen könnte: Der jungen
Generation eine durch erfüllte Tätigkeit gesicherte Perspektive geben, die
nicht permanent von Arbeitslosigkeit und Hartz-IV bedroht ist.
P.S.: Vorruheständler und
Rentner werden wohl kaum zur Verbesserung ihres „gesellschaftlichen Status“ mit
rechtsradikalen Parolen auf die Straße
gehen; es sei denn in
Gemeinsamkeit mit Betroffenen von sozialer Ungerechtigkeit, dann aber in
bewährter Form ohne Neonazis.
Mit freundlichen Grüßen
Reiner Töppner