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Das BAB-Archiv: Die Kolumnen 2010

Enttäuschte Hoffnung

Vielleicht gehören Sie auch zu den Menschen, die sich vor dem Zubettgehen Gehörschutzkegel in die Ohren stopfen. Dann hoffe ich, dass Sie das wegen Ihrem Bettnachbarn tun und nicht, weil Sie Ihre Nachtruhe sonst wegen des Verkehrs vor Ihrem Haus abbrechen müssen.

1954 verlegte das Innenministerium der DDR den Hauptstab der Kasernierten Volkspolizei in die Gebäude am Flugplatz. Nordöstlich der Altstadt entstanden in den folgenden Jahren die ersten neuen Wohngebiete. 1955 wurde der S-Bahn-Verkehr zwischen Strausberg-Vorstadt und Strausberg-Nord eröffnet.

1956 ging aus dem Hauptstab der KVP das Ministerium für Nationale Verteidigung der DDR hervor. Aus all dem resultierte trotz S-Bahn ein immer höheres Verkehrsaufkommen, das von Strausberg Richtung Berlin auch über Eggersdorf geleitet wurde.

Aus einem ehemaligen Waldweg wurde die Umgehungsstraße. Eine Betonplattentraße. Als sie – inzwischen Landesstraße 33 – in den 90-er Jahren mit Asphalt überzogen wurde, verringerte sich das Fahrgeräusch nur wenig. Entlastung kam, als die Osthälfte der Straße wegen der Neuverlegung von Abwasserrohren grundhaft erneuert wurde. Nun harren die Anwohner darauf, dass auch die Westhälfte ihre Stoßwellen verliert (Foto unten).

Ab vier Uhr früh rüttele sie der Verkehr draußen wach, klagen sie. Als die Laternenpfähle mit Wahlwerbung geschmückt waren, wandten sie sich an die dort Abgebildeten. Die Straßenmeisterei und der Bürgermeister wurden auf das Leid hingewiesen. Alle versprachen, sich zu kümmern ... Schließlich heißt es jetzt, es werde geprüft, ob von der Brücken erneuerung über die S-Bahngleise noch Geld übrig ist. Die Wahlen sind längst vergessen. Mit Recht fragen sich die geplagten Anwohner, weshalb alles so langsam gehen muss. Auch für eine negative Antwort brauche man nicht Monate. Die Hoffnung jedoch stirbt zuletzt ...

Dr. Ralph Donath