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Das BAB-Archiv: Die Kolumnen 2010

„Sparen“ drückt Qualität

Eigentlich ist das Wort „Sparen“ nicht angebracht, wenn eine Sache um wichtige Eigenschaften geschmälert wird.

Sparen ist das Zurücklegen momentan freier Mittel zur späteren Verwendung. Häufig wird durch wiederholte Rücklage über längere Zeit ein Betrag aufsummiert, der dann für eine größere Anschaffung verwendet werden kann.

Der Staat aber lebt von der Hand in den Mund. Wenn das Geld ausgeht, wird über neue Abgaben der Steuerbürger nachgedacht. So ist das beim Bund wie in der kleinsten Kommune. Neuanschaffungen oder Werterhaltung werden ausgeschrieben. Den Zuschlag erhalten oft Unternehmen, die durch „Einsparung“ von Qualität das niedrigste bzw. „wirtschaftlichste“ Angebot präsentierten. Das hat die Bürger von Schilda unsterblich gemacht, die an ihrem Rathaus die Fenster einsparten und das Licht in Säcken hineintragen wollten.

Täglich erleben wir die Auswirkungen derartiger „Sparmaßnahmen“. Hier nur ein Beispiel:

In Strausberg wurden an der Prötzeler Chaussee neue Rad-/Gehwege angelegt. Dazu gehören auch Grundstückseinfahrten. Eine viel befahrene ist die stadteinwärts neben OBI gelegene. Hier fahren nicht nur Kunden der anliegenden Unternehmen (OBI, Autohaus, Fleischerei, Möbelverkauf, Papierbank, Installateur, Werbeproduktion, Brunnenbau) ein und aus. Diese Einfahrt wird auch von den Betonmischern der hinter OBI anliegenden Firma genutzt.

Während die Pkws einen kleinen Abbiegeradius benötigen, der mit Anhänger schon etwas größer ist, haben die Betonmischfahrzeuge alle Mühe, auf dem schmalen „Schwalbenschwanz“, dem abgewinkelten Fahrbahnstück zur Straße zu bleiben.

Ob nun Unachtsamkeit oder technisch bedingt – an den fehlenden „eingesparten“ Rändern entstanden tiefe Löcher (kleines Foto links). Der zur Ausbesserung eingebrachte Split wurde auf den Radweg geworfen – ob da die Kommunalversicherung zahlt, wenn sich Fußgänger oder Radfahrer beim Sturz verletzen? Die notwendigen Nacharbeiten werden wieder Geld kosten. Vermutlich mehr, als bei der Ausführung des Neubaus „eingespart“ wurde ...

Dr. Ralph Donath