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Das BAB-Archiv: Die Kolumnen 2010
Bürokratie siegt immer?
Angeblich werden in Russland die neuen Grünflächen ohne Gehwege angelegt. Man wartet, wo die Trampelpfade entstehen,
um dann in ihrem Verlauf die endgültigen Wege zu befestigen. In Neuenhagen sieht das jetzt in ähnlicher Weise die Verkehrskonzeption auch als Empfehlung vor.
Eigentlich eine logische Sache, bei der man viel Geld sparen kann. Sie ließe sich auch auf das folgende Beispiel in Strausberg anwenden. Allerdings müsste dazu der Amtsschimmel gezügelt werden.
Die Prötzeler Chaussee ist eine Kreisstraße. Hier wurden beidseitig Fahrrad-/Fußwege neu angelegt. Bei dieser Gelegenheit mussten auch die Grundstückseinfahrten neu gestaltet werden. Daraus erwuchs ein ganz spezielles Problem: Die südliche Einfahrt zu OBI sollte kreuzungsartig ausgebaut werden. Dazu gab es das Ansinnen, die Trassenführung
über fremdes Grundstück zu leiten.
Als die Eigentümer dem nicht zustimmten, wandelte sich die Ansicht und es wurde eine – wie sich herausstellte – zu schmale Einfahrt gebaut. Hier fahren nicht nur Pkw, sondern Betonmischer einer hinter OBI angesiedelten Firma aus und ein. Und deren Wenderadius wurde nicht berücksichtigt. Die Folge: An beiden Seiten der Aus- und Einfahrt bildeten sich auf mehreren Metern unbestigten Straßenrandes Löcher und der Weg wurde mit Kies verschmutzt (oberes Bild).
Vor Kurzem sollte dies abgestellt werden. Auf Anweisung wurden jedoch Borde gesetzt, statt die Einfahrt dem Bedarf nach zu verbreitern. Für Lkw-Reifen kein Hindernis. Die Bürokratie hat sich durchgesetzt. Aber hat sie auch gesiegt? Unnötig Geld ausgegeben auf jeden Fall. Und das Problem nicht gelöst.
Dr. Ralph Donath