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Das BAB-Archiv: Die Kolumnen 2010

Die Insel soll weg

Die Insel ist aus Richtung Berlin kommend die erste auf der B1/5 überhaupt. Auslöser für den Bau der Insel war der Bau des Straßen begleitenden Rad- Fußweges, da die B1/5 sehr stark frequentiert ist.

In der Folgezeit gab es eine Vielzahl von Gefährdungs situationen und schwere Lkw-Unfälle durch die Insel. Genug Grund, über die Entschärfung des Verkehrshindernisses nachzudenken.

Die vorgeschlagene Lösung besteht nun darin, die Straße an dieser Stelle auf zu weiten und dazu die im Wege stehenden Eichen zu fällen.

Die Naturschutzverbände schlagen jedoch vor, die Querung der B1/5 durch den Radweg bereits jetzt mit einer bedarfsgesteuerten Ampel auszustatten. Die Stellungnahme des RUAK e. V. zum oben genannten Fällantrag ist über das Landesbüro der anerkannten Naturschutzverbände GbR an die Untere Naturschutzbehörde gegangen.

Die Steuerung der Ampel soll später mit in die Kreuzungsanlage einbezogen werden. Ziel müsse es sein, den Verkehrsfl uss durch Beseitigung von Hindernissen zu harmonisieren, statt bestehende Hindernisse mit hohem Aufwand zu entschärfen. Die vorhandene Insel soll sofort entfernt werden.

Der Vorschlag statt der Bäume die Insel zu entfernen, klingt sicher etwas aggressiv. War der Einbau der Insel als Alternative zu einer Bedarfsampel zunächst aus Sicht der Naturschützer vertretbar, so ist sie nach Einbindung der Ortsumfahrung jedoch nicht mehr erforderlich.

Inzwischen sei die Ortsumfahrung der B1/5 in der Realisierungsphase. Nach deren Inbetriebnahme wird es eine Ampelregelung an der Einmündung geben, die auch den Rad-Fußweg mit erfasst.

Am Seitenwechsel des Rad- Fußweges wird die Fahrzeugfrequenz dann auf einen Bruchteil reduziert sein.

Gemäß Paragraph 72 des Brandenburger Naturschutzgesetzes ist eine Alleebaumfällung nur zulässig, wenn sie aus zwingenden Gründen der Verkehrssicherheit erforderlich ist und keine anderen Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit erfolgreich durchgeführt werden können. Gerade solche Maßnahmen wären hier möglich. Der günstigste (besser als Verkehrsinseln) wäre der Einbau einer Fußgängerampel. Ist dies nicht möglich, sollte die Querung der Straße mittels Fußgängerüberweg deutlich besser als bisher möglich sein.

Heidi Gliesche, Vorsitzende des RUAK e. V. Rüdersdorf: „Wir sehen das auch in Hinblick auf die Einsparung der für die Fahrbahnerweiterung, Baumfällungen usw. erforderlichen Aufwendungen. In diesem Sinne erwarten wir eine Entscheidung, die auch den fi nanziellen Aspekt mit einbezieht, in erster Linie aber allen Verkehrsteilnehmern gerecht wird.“

Dr. Ralph Donath