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Das BAB-Archiv: Die Kolumnen 2010

Fest des Schenkens

Weihnachten feiern Christen erst seit Anfang des 4. Jahrhunderts, da nicht Weihnachten, sondern Ostern, also die Auferstehung Jesu, im Mittelpunkt der religiösen Praxis der frühen Christen stand. Die Geburt Christi wurde erst seit dem Jahr 1150 mit Weihnachten bezeichnet. Der Name Weihnachten geht zurück auf das Mittelhochdeutsche „Ze den wihen nahten“, was „in den Heiligen Nächten“ bedeutet.

Aus historischen Dokumenten geht hervor, dass Papst Julius I. im Jahr 350 nach Christus den 25. Dezember zum Geburtstag Christi erklärte. S i c h e r l i ch ein Zugeständnis an die vielen Römer, die sich mit dem christlichen Glauben noch sehr schwer taten. In der damaligen Zeit wurde zum Jahresende am 25. Dezember der Geburtstag des Sonnengottes „Sol“ reichlich pompös gefeiert. Man nimmt an, dass im Bestreben, die römische Gesellschaft für das Christentum zu interessieren, dieser Tag mit in den christlichen Glauben aufgenommen wurde. Der auferstandene Christus wurde kurzerhand als „Sol invictus“ (lateinisch: „unbesiegter Sonnengott“) bezeichnet, die frühere Sonnenscheibe wurde zum christlichen Heiligenschein.

Das Weihnachtsfest ist seit jeher zweigleisig gewesen, einmal kirchlichsakral, zum anderen als Volksfest mit Gelagen und Besäufnissen, was immer wieder zum Einschreiten der Obrigkeit geführt hat.

Schön, dass es heute auch das Fest des Schenkens ist – ein Fest zur Belebung und Stärkung von Binnenbeziehungen, besonders in der Familie.

Dafür hat sich der alljährliche Vorweihnachtsstress gelohnt – oder?

Dr. Ralph Donath