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Das BAB-Archiv: Die Kolumnen 2010
Winter adé
Nicht nur, dass dieser Winter noch ein paar Tage bestehen wird (siehe Seite 10): Das Weltklima
wird wieder kälter, denn seit zwei Jahren hat erneut eine „Kleine Kaltzeit“ begonnen.
Alle international angegebenen Verlaufskurven der globalen Temperaturen zeigen seit etwa 1980
einen im Mittel kontinuierlichen Anstieg bis etwa 2000 und dann nach einigem Gleichbleiben bis
etwa 2005 einen beginnenden Rückgang. Es handelt sich hier um eine vorübergehende 30- bis
40-jährige Wärmeperiode, die besonders in den nördlichen Gebieten unseres Erdballes ein
für Landwirtschaft und Gewerbe förderliches wärmeres Wetter bewirkte, z. B. durch Förderung
des Anbaus von Erdbeeren auf Grönland und Ananas in Alaska, durch Erschließung von Bodenschätzen
im Eismeer und Öffnung der Norddurchfahrten in Kanada und Russland, durch Anbau von Wein auf Sylt
Diese Temperaturzunahme ist eindeutig das Ergebnis zunehmender Sonneneinstrahlung als Folge
abnehmender Bewölkung. Erst seit 2007 ist ein Rückgang der mittleren Sonneneinstrahlung in Mitteleuropa
zu verzeichnen mit Beendigung des Temperaturanstiegs. Alle sogenannten Extremwetterlagen
sind im Falle einer besonders hohen Temperatur wie im Sommer 2003 oder auch im Winter 2006
auf 2007 stets verbunden mit einer erhöhten Sonneneinstrahlung, also mit Wolkenfreiheit.
Die Einwirkung der Sonnenaktivität auf das Wetter der Erde wird nicht von der Häufi gkeit
der Sonnenfl ecken, sondern von der Stärke der Protonenfl üsse und damit auch der Magnetfelder
der Sonnenwinde bestimmt. Demnach hatten die Solarprotonen (positiv geladene Teilchen)
den wesentlichen Einfl uss auf den Abbau des stratosphärischen Ozons und somit einen starken
Einfl uss auf das Wetter auf der Erde durch Erhöhung der UVBStrahlung.
Die mittlere weltweite Wolkenbedeckung hatte zwischen 1986 und 2000 von 69 % auf 65 %
abgenommen. Daraus wurde eine von der Sonneneinstrahlung bestimmte und damit von CO2 unabhängige
Erwärmung von 0,25 °C errechnet, was weitgehend die beobachtete Erwärmung für diesen Zeitraum erklärte.
Der bislang letzte große Sonnenfleck Nr. 930 startete am 6. Dezember 2006. Er löste
einen Tsunami auf der Sonne aus und beendete die Aktivenperiode der Sonne, die vor etwa 30 Jahren
am 19. September 1977 begann. Einbrüche von Solarprotonen in das Magnetfeld der Erde (in
36.000 km Höhe) werden seit 13. Dezember 2006 nicht mehr registriert (www.spaceweather.
com). Die 24. Sonnenfl eckenperiode lässt auf sich warten. Wie lange noch, ist unbekannt. Das bedeutet,
dass die seit dreißig Jahren erlebte Wärmeperiode zu Ende geht. Es wird weiterhin kälter.
Leider können wir, selbst wenn wir jede Menge CO2 produzieren würden, daran nichts
ändern. Vattenfall braucht es nicht unter die Erde zu pressen. Auch das Ozon-Loch schrumpft längst
wieder. Die Kühe und Schafe dürfen weiter Rülpsen.
Wann wird unsere oberste Physikerin diese Erkenntnisse verbreiten? In der MOZ vom vorigen
Donnerstag konnte man sie schon lesen. Natürlich ganz unauffällig ...
Dr. Ralph Donath