PSA-Normen aktuell: EU-Beschluss 2026/1279 im Überblick
Im Juni 2026 hat die Europäische Kommission mit dem Durchführungsbeschluss (EU) 2026/1279 die Liste der harmonisierten Normen für persönliche Schutzausrüstung (PSA) neu gefasst. Für Betriebe in Handwerk und Industrie sind vor allem die aktualisierten Standards für Schutzhelme, Schutzhandschuhe und Warnkleidung von Bedeutung. Der Beschluss fasst alle derzeit gültigen Normen in einem einzigen Rechtsakt zusammen und ersetzt den bisherigen Beschluss (EU) 2023/941.
Warum die Normenliste überarbeitet wurde
Ob persönliche Schutzausrüstung in der EU verkauft werden darf, regelt die Verordnung (EU) 2016/425. Erfüllt ein Produkt die dort gelisteten harmonisierten Normen, gilt die Konformität mit den grundlegenden Sicherheitsanforderungen als nachgewiesen. Hersteller, benannte Stellen und Marktüberwachungsbehörden orientieren sich an dieser Liste. Weil sich der Stand der Technik weiterentwickelt, aktualisiert die Kommission sie regelmäßig — der Beschluss 2026/1279 ist die aktuellste Fassung.
Schutzhelme: EN 397:2025 neu gelistet
Für Industrie-Schutzhelme ist die neue Ausgabe EN 397:2025 in die Liste aufgenommen worden. Die bisherige Fassung EN 397:2012+A1:2012 wird gestaffelt zurückgezogen und bleibt bis zum 16. Dezember 2027 gültig. Wer Helme für Baustelle, Montage oder Instandhaltung neu beschafft, sollte auf die aktuelle Normfassung achten — sie bildet den heutigen Stand der Technik ab. Das betrifft Betriebe vom Bau über die Metallindustrie bis zur Instandhaltung, die ihre Teams mit Industriehelmen ausstatten.
Schutzhandschuhe: EN ISO 21420 löst EN 420 ab
Bei Schutzhandschuhen ist EN ISO 21420:2020/A1:2024 neu gelistet. Sie übernimmt die Rolle der bisherigen allgemeinen Anforderungsnorm EN 420:2003+A1:2009, die ebenfalls gestaffelt zurückgezogen wird. Die Norm gilt für Schutzhandschuhe unabhängig von der jeweiligen Schutzfunktion, also etwa für Montagehandschuhe ebenso wie für Schnittschutzhandschuhe. Auf vielen Etiketten wird sie künftig anstelle von EN 420 stehen. Wer Handschuhe regelmäßig nachbestellt, sollte den Lieferanten darauf ansprechen, welche Normfassung die aktuelle Ware erfüllt.
Warnkleidung: EN 17353 überarbeitet
Auch bei Warnkleidung gibt es eine Aktualisierung: Die Norm EN 17353 für erhöhte Sichtbarkeit bei mittlerem Risiko wurde zur Fassung EN 17353:2020+A1:2025 überarbeitet. Die bisherige Fassung EN 17353:2020 wird gestaffelt zurückgezogen. Für Logistik, Lager und Baustellen bleibt die Warnschutzklasse nach EN ISO 20471 unverändert das zentrale Kriterium, wenn hohe Sichtbarkeit gefordert ist.
EN 397:2025 mit redaktioneller Begrenzung veröffentlicht
Die Kommission hat EN 397:2025 nicht ohne Hinweis gelistet: In Abschnitt 4.2.7.5.2.5 der Norm verweist eine Angabe offenbar auf Abschnitt 5.13 statt 5.13.5, und für Abschnitt 4.2.7.4 fehlt die ausdrückliche Verbindung zur grundlegenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderung 3.6.1 des Anhangs II der PSA-Verordnung. Die Fundstelle wurde deshalb mit einer Begrenzung veröffentlicht. Für Einkäufer ändert das wenig — entscheidend bleibt, dass der Hersteller die Konformität seiner Produkte nachweist. Wer genauer hinschauen will, findet den Hinweis im Amtsblatt der Europäischen Union.
Übergangsfristen bis Ende 2027
Die Kommission hat aufgeschobene Rückzugsdaten festgelegt. Mehrere bisherige Normfassungen bleiben deshalb bis Ende 2027 gültig. Für Bestandsware mit laufenden Zertifikaten ändert sich zunächst nichts. Neue Zertifizierungen und Neuauflagen müssen jedoch nach den aktualisierten Normen laufen. Beim Einkauf lohnt sich deshalb der Blick auf das Etikett: Steht dort noch die alte Fassung, kann es sich um Restbestände handeln.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
- Normfassung auf dem Etikett prüfen, zum Beispiel EN 397:2025 oder EN ISO 21420.
- Bei Zweifeln an der Konformität den Hersteller oder Händler fragen.
- Das EU-Schnellwarnsystem Safety Gate (RAPEX) meldet regelmäßig PSA, die die Normvorgaben nicht erfüllen — zuletzt Schutzhandschuhe, Partikelfilter-Masken, Warnwesten und Sicherheitsschuhe.
Wir von BAB prüfen unser PSA-Sortiment laufend auf aktuelle Normfassungen und beraten Sie gern, welche Ausrüstung zu Ihrer Tätigkeit passt: telefonisch unter 0340 5167343 (Mo–Fr 10–15 Uhr) oder über ein individuelles Angebot. Seit 1998 statten wir Fachbetriebe aus, über 500.000 Kunden vertrauen uns. Kauf auf Rechnung mit 14 Tagen Zahlungsziel ist selbstverständlich, Lieferung nach Deutschland, Österreich und die Schweiz ebenso — auch in Übergrößen. Mehr Hintergrund lesen Sie in unserem Beitrag Arbeitsschutz & PSA und in der Warnschutz-Kollektion.