Schnittschutzkleidung – Schutzklassen nach EN ISO 11393

Kurz gesagt: Schnittschutzkleidung schützt bei der Arbeit mit Kettensägen vor Schnittverletzungen an Beinen, Armen und Händen. Geprüft wird sie nach EN ISO 11393 in den Schutzklassen 1 bis 3 – das entspricht einer Kettengeschwindigkeit von 20, 24 oder 28 m/s bei der Prüfung.

Was ist Schnittschutzkleidung?

Schnittschutzkleidung ist persönliche Schutzausrüstung für alle, die mit handgeführten Kettensägen arbeiten. In die Kleidung ist eine mehrlagige Fasereinlage eingearbeitet, die sich bei Kontakt in das Antriebsritzel der Kette zieht und diese innerhalb eines Sekundenbruchteils stoppt. So verhindert sie tiefe Schnittverletzungen.

Wichtig zu wissen: Keine Schnittschutzkleidung kann absoluten Schutz bieten. Ob die Einlage greift, hängt unter anderem von Kettengeschwindigkeit, Drehmoment der Säge, Auftreffwinkel und Arbeitsposition ab. Die Norm prüft deshalb unter festgelegten Bedingungen – der Schutzgrad ist ein Prüfwert, keine Garantie.

Norm EN ISO 11393: Die Norm beschreibt Schnittschutzkleidung für Benutzer handgeführter Kettensägen in mehreren Teilen – Teil 2 für Beinschutz (Hosen), Teil 4 für Handschuhe, Teil 5 für Gamaschen, Teil 6 für Oberkörperschutz (Jacken). Die Schutzklassen entsprechen der Kettengeschwindigkeit bei der Prüfung: Klasse 1 = 20 m/s, Klasse 2 = 24 m/s, Klasse 3 = 28 m/s. Die frühere Norm EN 381 wurde durch EN ISO 11393 abgelöst.

Welche Schutzklasse brauche ich?

Die Schutzklasse richtet sich nach der tatsächlichen Kettengeschwindigkeit Ihrer Motorsäge. Diese steht in der Bedienungsanleitung – gemeint ist die reale Nenndrehzahl, nicht der um 33 Prozent erhöhte Prüfwert nach EN ISO 11681. Eine Säge mit 18,6 m/s realer Kettengeschwindigkeit braucht beispielsweise Schutzklasse 1.

Im Zweifel wählen Sie die höhere Klasse. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung die passende PSA festzulegen und bereitzustellen. Wer nur gelegentlich oder mit leichten Sägen arbeitet, kommt mit Klasse 1 aus – bei starken Sägen und langen Arbeitstagen sind Klasse 2 oder 3 die sichere Wahl.

Welche Typen gibt es bei Schnittschutzhosen?

Für den Beinschutz unterscheidet die Norm drei Typen. Typ A schützt die Vorderseite der Beine und ist für geschulte Fachkräfte bei der regulären Holzernte gedacht. Typ B ist die Schnittschutz-Überhose im Chap-Stil, deren Beinrückseiten offen sind – sie eignet sich für gelegentliche Arbeiten und warme Umgebungen. Typ C schützt die Beine rundum und ist für Personen gedacht, die selten mit der Motorsäge arbeiten.

Wer braucht Schnittschutzkleidung?

Pflicht ist sie überall dort, wo mit der Kettensäge gearbeitet wird: in der Forstwirtschaft, bei der Baumpflege, im Garten- und Landschaftsbau sowie in der Landwirtschaft. Auch Beschäftigte im kommunalen Bauhof oder bei der Straßenmeisterei kommen beim Fällen und Entasten mit der Motorsäge in Kontakt. Für alle gilt: Der Arbeitgeber stellt die Ausrüstung nach Gefährdungsbeurteilung bereit und weist in der Handhabung ein.

Wer privat mit der Motorsäge arbeitet, ist gesetzlich nicht zur PSA verpflichtet – aber die Unfallzahlen zeigen, dass Schnittverletzungen am Bein zu den häufigsten Motorsägenunfällen gehören. Eine Schnittschutzhose ist auch für Gelegenheitsnutzer die sinnvolle Investition.

Welche Teile gehören zur Schnittschutzausrüstung?

Zur vollständigen Ausrüstung gehören Schnittschutzhose, Schnittschutzjacke, Handschuhe, Gamaschen und geeignetes Schuhwerk. Schnittschutzstiefel sind nach EN ISO 17249 geprüft, Gamaschen nach EN ISO 11393-5 und werden über Sicherheitsschuhen getragen. Wer mit der Motorsäge arbeitet, braucht außerdem Helm mit Gesichtsschutz, Gehörschutz und Schutzhandschuhe.

Worauf beim Kauf achten

Erkennungsmerkmal ist das Sägen-Piktogramm nach ISO 7000 auf dem Etikett, dazu die Angabe von Norm, Klasse und Typ. Achten Sie darauf, dass die Schutzeinlage den kompletten Schutzbereich abdeckt – bei Typ A etwa die gesamte Beinvorderseite bis 20 cm über dem Schritt. Kaufen Sie Schnittschutzkleidung nicht gebraucht: Beschädigungen der Einlage sind von außen oft nicht sichtbar.

Pflege und Kontrolle

Die Schutzeinlage verliert durch falsche Pflege an Wirkung. Waschen Sie Schnittschutzkleidung nur nach Herstellerangabe, meist bei 40 bis 60 Grad ohne Weichspüler, und bügeln Sie die Einlage nicht. Vor jedem Einsatz lohnt ein Blick auf die Kleidung: Ist die Einlage sichtbar beschädigt, ausgefranst oder die Naht offen, gehört das Teil ausgetauscht.

Unser Sortiment zur Ergänzung

Wir von BAB führen aktuell keine Schnittschutz-PSA im Sortiment – das sagen wir offen, damit Sie nicht auf eine falsche Erwartung stoßen. Was wir liefern, ist die passende Ergänzung rund um die Forst- und Gartenarbeit: Warnschutzkleidung für gute Sichtbarkeit, Sicherheitsschuhe S3, robuste Arbeitshosen und Arbeitsjacken sowie Workwear in Übergrößen. Für Ihr Team stellen wir gerne ein individuelles Angebot zusammen.

Mehr zum Thema persönliche Schutzausrüstung lesen Sie in unserem Ratgeber Arbeitsschutz & PSA und beim Sicherheitsschuhe-Vergleich. Die passende Größe finden Sie mit unserer Größentabelle.